Alleine als Frau im Campervan


Wie alles begann


ließ mehr
Zum Jahreswechsel 16/17 beschließe ich mein Leben umzukrempeln.
In weniger als einem halben Jahr habe ich meinen festen Job gekündigt, bin aus meinem WG-Zimmer ausgezogen und habe einen Transporter zu einem gemütlichen Zuhause umgebaut.

Wie bei vielen jungen Leuten ging in meinem Leben alles ziemlich schnell. Schulabschluss, Bachelor, Master und rein ins Berufsleben. Zeit und Geld zur Orientierung oder um sich selbst zu finden, blieb keine.
Während meine Karriere bergauf ging, sind mein inneres Kind und meine Freiheits- und Abenteuerlust verkümmert.

Alleine Reisen erfordert einen starken Willen.

Als ich nach ca. 6 Monaten Vorbereitung und Ausbauzeit den Motor starte, um auf große Reise durch Europa zu gehen, kann ich kaum fassen, dass es tatsächlich losgeht. Ein Traum, den ich lange vor mir selbst verheimlicht hatte, in der Angst allgemeinen Erwartungen nicht gerecht zu werden, wird wahr.
Ein Zuhause auf Rädern, für das ich zweieinhalb Monate täglich gebohrt, geschraubt und gesägt habe: Das Abenteuer meines Lebens!

Alles, wofür ich in den letzten Monaten so hart geschuftet habe, wird plötzlich Realität.

Packliste

>Meine ultimative Packliste für einen perfekten Roadtrip


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Meine Reise startet in Dänemark, wo ich campen erst einmal lernen muss, schließlich habe ich das noch nie wirklich gemacht.

In Schweden verbringe ich einen angenehmen Sommer mit skandinavischen Temperaturen und finde Routine im sogenannten Vanlife.

Ich campe an den schönsten Seen in Schweden und fahre weiter, die Norwegische Westküste entlang nach Norden.
Ich schlafe am Fuße der schönsten Fjorde und passiere den Polarkreis im Herbst.

Während ich sonst zwischendurch immer wieder Freunde zu Besuch habe, lerne ich hier oben die Qualität des alleine Seins zu schätzen.

Etwas über zwei Wochen verbringe ich auf den Inseln der Vesteralen nur mit meiner Hündin Cleo, die mich während der gesamten Reise begleitet, und

mir fällt auf, dass ich nie zuvor so richtig alleine war.
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Ich lerne mich kennen und merke, dass ich mir selbst genug bin.

Es wird allerdings kalt im Norden und ohne Standheizung zieht es mich Richtung Süden. Kurzerhand beschließe ich meine Nordkap-Pläne über Bord zu werfen und rolle in die andere Richtung.
Im November komme ich in Spanien an und lerne das Vanlife auf eine ganz andere Art kennen.

Der Winter ist hier wärmer, als der Sommer im Norden.
Ich treffe viele Gleichgesinnte und wir reisen gemeinsam weiter oder treffen uns wieder unterwegs. Ich verbringe mein erstes Weihnachten ohne Familie und schaue an Silvester dem Meer, statt Feuerwerkskörpern zu.

Ich finde Zeit für neue Hobbys und verschwende keinen Gedanken an „mein altes Leben“.
Schon lange bin ich keine Reisende mehr, der Van ist mein Zuhause geworden und mein Leben spielt sich unterwegs ab. Durch die ständige Bewegung hat sich meine Rastlosigkeit beruhigt und Dinge an mir und meiner Umwelt entdeckt, die mir vollkommen neu waren.
Unterwegs verliebe ich mich nicht nur in die Länder, durch die ich Reise, sondern auch in einen Mann, der sich uns anschließt.

Wir entdecken gemeinsam die portugiesische und spanische Nordküste, bis mein Abenteuer abrupt endet. Ich schaffe es, mit quietschender Kupplung, gerade noch bis in eine Werkstatt und muss meiner Vanilla vorerst Lebewohl sagen.

Der Getriebeschaden bedeutet damit erst einmal das Ende meiner Reise.
Es geht zurück nach Deutschland wo Vanilla repariert wird, bereit für das nächste Abenteuer.